Ötscher

Nach einem Nebeltag in Wien hatte ich genug, packte meine Sachen wieder ein und fuhr auf den Ötscher. Perfekter Tag, perfektes Südkar, das ich direkt einfuhr. Wieder 900 Meter Firnabfahrt. Fast noch besser als vom Scheiblingstein, weil eine gute Stunde früher.

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siniweler.twoday.net/stories/4702568/

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Der erste Blick hinaus und ich wusste, dass die Entscheidung, heute nicht zu arbeiten - oder zumindest erst nachmittags -, die richtige war.
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Blick auf das Wetterhäuschen und im Hintergrund die Veitsch. Bin mir nicht ganz sicher, aber ich denke, man sieht die Rodel, oder?
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Nachdem ich die Harscheisen vergessen hatte, hielt ich mich immer nah an den Südabbrüchen. Dort war zumindest etwas Schnee und nicht Blankeis wie am verwehten Rücken.
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Der erste Blick auf den Gipfel und in das Südkar. Schaut alles sehr steil aus. Die direkte Einfahrtsrinne ist noch nicht zu sehen.
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Stilleben am Gipfel: Kreuz, Blau und Nebel.
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Vom Gipfel nach Westen. Im Hintergrund die Spitzmauer und der Große Priel. Da müsste doch auch irgendwo der Scheiblingstein sein? Ein Bier für den, der ihn mir zeigt!
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Jause bei erhöhtem Puls direkt über der Einfahrt in die Südkarrinne. Die Verhältnisse sind nicht unschwierig: Dort, wo ich jetzt bin, ist der Hang Südwestlich geneigt und pulvrig, in der Mitte ist er pickelhart und dort, wo er firnig sein sollte -also genau gegenüber -, lässt er sich nicht testen, weil er stark überwächtet ist. Was tun?
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Am besten hineinfahren, denke ich mir, nachdem ich alle Schlüsse richtig gezogen und noch einmal kontrolliert habe, dass das Ergebnis keinen Zweifel zulässt - zumindest im Kopf. Hinein also durch den Pulver und das Geratter, um am Ende den ersten Schwung zu machen und: Firn! Alles jubelt innerlich. Nach 5-6 Schwüngen bleibe ich kurz stehen und schaue hinauf ...
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... und hinunter, auf das, was noch kommt. Wird ganz schön eng und jetzt nochmals steiler - ich schätze bis 47°.
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Die zwei Spezialisten, die mir oben den Vortritt ließen, um zu sehen, wie die Verhältnisse sind (und ob alles hält), kommen nach.
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Die letzten steilen Meter. Ich stehe schon weiter unten.
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Weil wir nicht aufhören können, fahren wir hinunter, und weiter hinunter, bis fast ganz in die Ötschergräben. Das gibt´s doch nicht, dass es nicht schlechter wird. Doch: das gibt´s. Weil der Hang nicht mehr so steil ist, ist auch die Sonne gnädig und serviert uns ein perfektes Firnmenü. 900 Meter, mindestens 5 Gänge, und jeder wieder in seiner Art unübertroffen. Zum Schluss wenige Zentimeter Kristallschicht, die einen Höllenlärm macht, aber so schmiert, dass es eine Freude ist.
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Noch einmal der Blick hinauf mit der Abfahrtslinie, direkt vom Gipfel des Ötscher. Jetzt wartet ein Gegenanstieg von 700 Metern, bei dem die Sonne das Hirn aufheizt, bis es kocht. Ich ziehe mich etwas zurück und genieße auch dies mit jedem Atemzug.
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Weiter östlich gibt´s zwei weitere Einfahrtsmöglichkeiten direkt vom Rauehn Kamm: Links die Wagnerritschn und in Bildmitte direkt rein (beiden Varianten um die 50°)
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